Longtime-Methylenblaufärbung ( Lt-MBF)

Author: Dr. med. Pierre Foss

Datum: 5. Februar 2025

Krankheitsgruppe: Infektionen

Verfahren: EZD allgemein

Arbeitsumnfeld: Praxis

Studienart: Eigeninteresse

Ergebnis:

Die Färbungen und vor allem die Schnell-Färbungen brauchen Zeit, um an den Oberflächen bzw- in die Zellen zu diffundieren, um sich dort dann an bekannte Strukturen zu binden. Dies trifft vorallem bei mykotischen Infektionen und Differenzierungsstörungen ( Ekzeme, Psoriasis ) zu. Hierzu also mein Tipp: Wenn Sie den dringenden Verdacht z. B. auf eine länger bestehende Tinea corporis haben, aber zytologisch nichts sehen, so sollten Sie bedenken, dass bei Vorbehandlungen sich die Pilze in den Zellen selbst "verstecken" könnten, und die Schnellfärbung deren Oberflächen nicht erreichen konnte. Die Pilze können sich unter Therapie verändert (Sporen und dickere Zellwände bilden,den Stoffwechsel erheblich verlangsamen usw.) Ich sage dazu den Patienten: "Die Pilze sind nicht dumm! Sie merken, dass es ihnen an den Kragen geht und reagieren entsprechend!" So können sich Pilze auch intrazellulär aufhalten, also in die Zellen eindringen und sind dann schlechter durch Färbungen zu sehen. Hier hat sich bewährt Die MBF etwa 5-10 Minuten in der Tape-zytologie "einziehen" zu lassen. Es zeigen sich dabei intensivere Anfärbungen und auch intrazelläres Wachstum der Pilze. Die Patienten warten gerne. Bei den Differenzierungsstörungen zeigen sich hierdurch die Zellkerne besser, sodass die Parakeratosen und Entzündungen besser zu sehen sind, man kann die Longtime-Färbung auch speziell kennzeichnen und die Minuten ( z.B. 5 Minuten Einwirkzeit ) dort auch mit einbringen (Lt-5-MBF).

Literatur:

Siehe zytoderm.com

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